Pressemitteilung vom 25.08.2026Brand, Hochwasser, Cyberangriff: Was Betriebe für den Notfall sichern sollten
Handwerkskammer Aachen rät zum digitalen Notfallkoffer.
Aachen. Die verheerenden Waldbrände im Hürtgenwald und im Hohen Venn führen vor Augen, wie schnell eine Ausnahmesituation entstehen kann. Auch Handwerksbetriebe können unmittelbar oder mittelbar betroffen sein – durch Feuer und Rauch, Löschwasser, Evakuierungen oder gesperrte Zufahrtswege. Von daher empfiehlt die Handwerkskammer (HWK) Betrieben für mögliche Krisensituationen vorzusorgen. „Wenn Werkstatt, Büro oder Lager plötzlich nicht mehr nutzbar sind, muss vieles gleichzeitig organisiert werden: Versicherungen sind zu informieren, Mitarbeitende zu koordinieren, Kundinnen und Kunden über Verzögerungen zu unterrichten und laufende Aufträge neu zu planen. Gleichzeitig müssen wichtige Verträge, Kontaktdaten und betriebliche Informationen verfügbar bleiben“, beschreibt HWK-Präsident Marco Herwartz die Herausforderungen.
Der Notfallkoffer gehört in die Cloud oder ins Schließfach
Die HWK rät Betrieben, einen digitalen Notfallkoffer anzulegen. Gemeint ist ein sicher gespeicherter und regelmäßig aktualisierter digitaler Ordner, in dem alle Informationen und Dokumente hinterlegt sind, die für die Fortführung des Betriebs im Ernstfall benötigt werden. Wichtig dabei: Der Notfallkoffer darf nicht ausschließlich auf dem Bürorechner, dem betriebseigenen Server oder einer Festplatte im Unternehmen liegen. Werden die Betriebsräume beispielsweise durch einen Brand oder Hochwasser zerstört, können auch lokale Datensicherungen verloren sein. Sinnvoller sind sichere Cloudanbieter oder den Notfallkoffer im Bankschließfach oder beim Steuerberater zu hinterlegen.
In den (digitalen) Notfallkoffer gehören zunächst alle relevanten Versicherungsunterlagen einschließlich Policen, Vertragsnummern, Ansprechpartnern und Schadenhotlines. Eine aktuelle Foto- oder Videodokumentation von Werkstätten, Maschinen, Fahrzeugen, Werkzeugen und Lagerbeständen kann im Schadensfall ebenfalls hilfreich sein.
Darüber hinaus sollten wichtige Betriebs- und Vertragsunterlagen, Informationen zu laufenden Aufträgen und Projekten sowie die Kontaktdaten von Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern verfügbar sein. Auch eine aktuelle Liste der Mitarbeitenden und wichtiger externer Ansprechpartner – etwa bei Banken, Steuerberatung, IT-Dienstleistern oder Kooperationsbetrieben – kann im Krisenfall wertvolle Zeit sparen.
Ebenso wichtig sind Finanz- und Steuerinformationen sowie eine aktuelle Inventarliste mit Maschinen, Fahrzeugen und größeren Werkzeugen. Für die Wiederherstellung der IT sollten zudem Informationen zur eingesetzten Software, zur Backup-Strategie und zu den zuständigen IT-Dienstleistern hinterlegt werden. Passwörter gehören dabei nicht ungeschützt in einen digitalen Ordner, sondern in einen professionellen Passwortmanager. Personenbezogene und andere sensible Daten müssen datenschutzkonform gespeichert werden. Betriebe sollten klar festlegen, welche Personen im Ernstfall Zugriff auf welche Informationen erhalten.
Notfallvorsorge regelmäßig überprüfen
Mit dem einmaligen Anlegen des Notfallkoffers ist es nicht getan. Die hinterlegten Informationen sollten halbjährlich sowie nach größeren Veränderungen im Betrieb überprüft werden. „Krisenvorsorge muss nicht kompliziert sein. Entscheidend ist, überhaupt damit anzufangen und klare Strukturen zu schaffen“, sagt Kurt Krüger, Leiter der HWK-Unternehmensberatung. „Gerade in kleineren Handwerksbetrieben liegt wichtiges Wissen häufig bei wenigen Personen. Ein gut gepflegter Notfallkoffer sorgt dafür, dass dieses Wissen auch dann verfügbar ist, wenn plötzlich schnell gehandelt werden muss.“ Die HWK Aachen unterstützt Betriebe beim Aufbau eines digitalen Notfallkoffers und berät im Krisenfall zu betriebswirtschaftlichen oder versicherungstechnischen Fragen.
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