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Adobe Stock | Boris Zerwann

Pressemitteilung vom 02.07.2026Bundesregierung sendet wichtige Wachstumssignale

Handwerkskammer begrüßt Sonntagsöffnung für Bäckereien

Aachen. Die Handwerkskammer (HWK) Aachen bewertet die heute bekanntgewordenen Beschlüsse der Bundesregierung in mehreren Punkten positiv, die Beschlüsse reichen aber noch nicht aus, um die Betriebe im Kammerbezirk Aachen nachhaltig zu entlasten.

Für die Handwerksbetriebe in der StädteRegion Aachen sowie in den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg sei Verlässlichkeit jetzt besonders wichtig. Viele Betriebe stünden weiterhin unter Druck durch hohe Kosten, schwache Konjunktur, Fachkräftemangel und bürokratische Belastungen. Positiv bewertet die Handwerkskammer daher die Entscheidung, weder die Erbschaftsteuer anzuheben noch den Spitzensteuersatz allgemein zu erhöhen.

„Das ist eine wichtige Botschaft der Verlässlichkeit für Personenunternehmen und Familienbetriebe“, betont HWK-Präsident Marco Herwartz. „Eine zusätzliche flächendeckende steuerliche Mehrbelastung hätte gerade im Handwerk viele Betriebe getroffen. Für bis zu 76 Prozent der Handwerksbetriebe in Deutschland ist der Verzicht auf eine Anhebung des Spitzensteuersatzes deshalb ein zentrales Signal.“ Eine zentrale steuerpolitische Erwartung des Mittelstands bleibt aus Sicht der Handwerkskammer Aachen jedoch bislang unerfüllt. Während Kapitalgesellschaften über eine schrittweise Senkung der Körperschaftsteuer entlastet werden sollen, wurden die Personenunternehmen außen vor gelassen. „Hier besteht klarer Nachbesserungsbedarf“, sagt Herwartz. „Das angekündigte Steuervereinfachungsgesetz muss genutzt werden, um Personenunternehmen und Kapitalgesellschaften fair und vergleichbar zu entlasten. Gerade im Handwerk darf die Rechtsform nicht darüber entscheiden, ob ein Betrieb von steuerlichen Verbesserungen profitiert.“

Auch die geplante Entlastung von Familien und Beschäftigten durch höhere Freibeträge, mehr Kindergeld und Anpassungen im Einkommensteuertarif könne aus Sicht der Handwerkskammer Aachen stabilisierend wirken. Eine gestärkte Kaufkraft helfe der Binnenkonjunktur – und damit mittelbar auch vielen regionalen Handwerksbetrieben, etwa im Ausbau-, Lebensmittel-, Kfz- oder Dienstleistungshandwerk.

Sehr positiv bewertet die Handwerkskammer Aachen die angekündigten längeren Sonntagsöffnungszeiten für Bäckereien und Konditoreien. „Die bisherige Ungleichbehandlung zwischen Tankstellen mit ihren Backstationen und handwerklichen Bäckereien war nicht länger akzeptabel“, so Herwartz weiter.

Ein wichtiges Ergebnis sei zudem der grundsätzliche Erhalt des Steuerbonus für Handwerkerleistungen. Dieser setze weiterhin Anreize für legale Beschäftigung, Investitionen in energetische Sanierung und die Vermeidung von Schwarzarbeit. „Die vorgesehene Reduzierung der Förderung ist schmerzhaft, aber jeder Bereich unseres Landes muss seinen Teil zur Stabilisierung der Staatsfinanzen beitragen“, führt Herwartz abschließend aus.