Handwerkskammer Aachen

News vom 16.04.2026Das Ausbildungsjahr 2026 nimmt Fahrt auf

Bis Ende März wurden 373 neue Azubi-Verträge im Handwerk unterschrieben.

Im Vergleich zu 2025 ist das ein Plus von 5,9 Prozent und für die Handwerkskammer Aachen ein Grund zur Freude. Hauptgeschäftsführer Georg Stoffels stellte kürzlich gemeinsam mit Vertretern der Industrie- und Handelskammer Aachen und der Bundesagentur für Arbeit die aktuellen Zahlen vor und ordnete sie in einen Gesamtzusammenhang ein: Die Digitalisierung sei für das Handwerk eine große Chance und gefährde andererseits deutlich weniger Arbeitsplätze als in der Industrie. Das sei den Jugendlichen bewusst und führe zu steigendem Interesse an einer handwerklichen Ausbildung. Das Jahr 2025 sei mit 2.019 abgeschlossenen Azubi-Verträgen stabil gewesen; die Entwicklung der ersten drei Monate des Jahres 2026 wertete er als erstes Anzeichen für einen »Attraktivitätsschub für das Handwerk«. Das Interesse der jungen Menschen gelte dabei besonders den »zukunftsweisenden Gewerken« wie Elektroniker/in, Dachdecker/in und Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, die vom Trend zu erneuerbaren Energien und Modernisierung profitieren. Der Ausbildungsmarkt wird sich nach seiner Einschätzung aufgrund des fehlenden Abiturjahrgangs in diesem Sommer für Nicht-Abiturienten weiter öffnen. Der HWK-Hauptgeschäftsführer appellierte an die Betriebe, die Abiturlücke als Chance zu verstehen, auch Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss eine Chance zu geben. 

Sorgen bereitet Georg Stoffels auch weiterhin der Anteil der Frauen in den Handwerksberufen: Mit 15,6 Prozent sei er weiterhin zu niedrig; daran ändere auch der traditionell hohe Frauenanteil in Konditoreien, Dentallabors oder Optikerbetrieben nichts. 

Kritisch sah er auch die Zahl der gelösten Ausbildungsverträge: Im Jahr 2025 lag er bei 19 Prozent, auch wenn nicht jede Lösung eines Vertrags mit einem Ausbildungsabbruch gleichzusetzen sei. Oftmals wechselten die Azubis den Betrieb oder den Ausbildungsberuf. Ein Mittel, um den hohen Lösungsquoten entgegenwirken sei eine intensivere Sprachvorbereitung besonders für Flüchtlinge und bessere Informations- und Praktikums-Angebote für Schülerinnen und Schüler zu den Berufen des Handwerks.  Eine sinnvolle Ergänzung sei auch die Einführung eines Freiwilligen Handwerksjahres im Rahmen der Neuordnung des Wehrdienstes.

Abschließend hob Georg Stoffels die Attraktivität des Handwerks als Arbeitgeber hervor: Das Handwerk garantiere Aufstiegsmöglichkeiten, biete eine sichere berufliche Perspektive und sei treibende Kraft in den Bereichen, die gesellschaftlich von großer Bedeutung seien – etwa bei der Klimawende, im Bau und bei der Mobilität.