Hauptgeschäftsführer Georg Stoffels, Präsident Marco Herwartz und der stellv. Hauptgeschäftsführer Wilhelm Grafen
Handwerkskammer Aachen | Erik Staschöfsky
Hauptgeschäftsführer Georg Stoffels, Präsident Marco Herwartz und der stellv. Hauptgeschäftsführer Wilhelm Grafen

DHB - Ausgabe April 2026Editorial: Jahresbericht 2025

Gemeinsam können wir alles, was kommt!

Reformen, Aufbruch, Veränderungen – das hätten die Schlagworte des Jahres 2025 werden sollen. Doch was zeigt der Blick in den Rückspiegel? Der angekündigte »Herbst der Reformen« verblasste wie die Blätter an den Bäumen. In der Debatte um Industriestrompreise richtete sich der Blick vor allem auf Großkonzerne, während viele kleine und mittlere energieintensive Betriebe sich fragten, wo ihre spürbare Entlastung bleibt. Zudem dauern die politischen Entscheidungen extrem lang, wie sich am Gebäude-Modernisierungsgesetz zeigt, das zu Legislaturbeginn quasi als Sofortprogramm angekündigt wurde und es dann ein Jahr dauerte, bis belastbare Eckpunkte vorlagen. Das Handwerk ist es gewohnt, auf den Baustellen schnell auch auf große Herausforderungen zu reagieren. Dieses Tempo braucht es dringend auch in der Politik.

Denn verlässliche Rahmenbedingungen sind die Grundlage unternehmerischen Handelns. Investitionen in Maschinen, Digitalisierung oder Energieeffizienz brauchen Planbarkeit. Ausbildung braucht Perspektive. Wachstum braucht Geschwindigkeit in Genehmigungen und einen Abbau bürokratischer Hürden. Wo Unsicherheit dominiert, geraten selbst robuste Betriebe unter Druck.

Trotz dieser bundesweiten Rahmenbedingungen präsentierte sich das Handwerk in der Region Aachen auch 2025 als bemerkenswert widerstandsfähig. Nach einem herausfordernden ersten Halbjahr hellte sich die Stimmung im Herbst spürbar auf. Erwartungen an zusätzliche öffentliche und private Investitionen sorgten insbesondere im Bau- und Ausbaugewerbe für neuen Optimismus. Das zeigt: Das Handwerk bleibt ein Stabilitätsanker für die regionale Wertschöpfung und Beschäftigung. Als Wirtschaftsmacht von nebenan richtet das Handwerk seinen Blick traditionell nicht nur nach Berlin oder Brüssel, sondern vor allem auf die Entscheidungen vor Ort. Die Kommunalwahlen im Herbst brachten vielerorts neue Mehrheiten und neue Rathausspitzen. Für die Betriebe verbinden sich damit klare Erwartungen: Pragmatismus statt Ideologie, Dialog und ein gemeinsamer Fokus auf umsetzbare Lösungen. Die Handwerkskammer Aachen steht hierfür im engen und kontinuierlichen Austausch mit den politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern im Kammerbezirk.

Und das seit 125 Jahren. Dieses Jubiläum haben wir 2025 als Jahr des Handwerks gefeiert – sichtbar, erlebbar, nah an den Menschen: auf Marktplätzen, Stadtfesten, Messen und in vielen persönlichen Begegnungen. Überall wurde deutlich, was das Handwerk ausmacht: Kompetenz, Innovationskraft und gesellschaftliche Verantwortung. Das sind auch die Leitmotive für unsere künftige Arbeit. 2026 wird die Abiturlücke zur zusätzlichen Herausforderung für die Betriebe, die Landtagswahlen 2027 werfen ihre Schatten voraus und die Bundesregierung ist gefordert, ihren Ankündigungen nun Taten folgen zu lassen.