Stabsstelle Zukunft Handwerk: Peter Motter, Michael Omsels und Marc Schnitzler
Handwerkskammer Aachen
»Innovation ist kein Tool, sie ist eine Haltung«, Stabsstelle Zukunft Handwerk: Peter Motter, Michael Omsels und Marc Schnitzler

DHB - Ausgabe März 2026Editorial: Stabsstelle Zukunft Handwerk

Einzelne Betriebe können keine eigene Forschung betreiben

Innovation ist kein Tool – sie ist eine Haltung. Gerade im Handwerk zeigt sich: Digitale Lösungen entfalten ihren Wert erst dann, wenn sie Prozesse verbessern, Menschen befähigen und das Geschäftsmodell stärken. Wer nur nach der nächsten Software sucht, übersieht den Kern: Innovation beginnt bei Klarheit, Orientierung und einer Vision dafür, wie Arbeiten morgen aussehen soll.
Viele Betriebe wollen Neues wagen – es fehlt aber oft an Zeit, Überblick und Übersetzung in den Arbeitsalltag. Genau an dieser Stelle bündelt die Stabsstelle Zukunft Handwerk der HWK Aachen alle Aktivitäten rund um Digitalisierung und Zukunftsthemen: Wir beobachten Entwicklungen, analysieren Bedarfe und vernetzen die Akteure. Als zentraler Orientierungspunkt helfen wir, Möglichkeiten zu priorisieren und Lösungen strategisch einzusetzen.

Einzelne Betriebe können keine eigene Forschung betreiben, und Handwerksorganisationen hatten diese Rolle traditionell nicht als Kernauftrag. Doch Zukunft entsteht nicht nebenbei. Nur durch aktive Forschung lassen sich Fördermittel erschließen, Technologien erproben und echte Innovationen erzeugen. Deshalb initiieren und begleiten wir Forschungsprojekte, wählen Partner aus Wissenschaft und Praxis aus und richten den Blick darauf, wie Entwicklungen konkret in Handwerksbetrieben wirksam werden.

Unsere Stabsstelle schafft den Rahmen, in dem Handwerksunternehmen an Innovationsprozessen teilnehmen können – niedrigschwellig, praxisnah und gemeinsam. Wir analysieren Best‑Practice‑Beispiele und leiten daraus ab, wie sich Inhalte in der beruflichen Bildung weiterentwickeln müssen, damit künftige Fachkräfte mit modernen Denk‑ und Arbeitsweisen ausgestattet sind. Das betrifft sowohl methodische Kompetenzen als auch das souveräne Arbeiten an der Schnittstelle von Mensch und Technologie. Wir bieten zahlreiche Formate an, die Betriebe für Innovationen sensibilisieren, inspirieren und befähigen – von Orientierungsgesprächen über Workshops bis zu Vorträgen, immer mit Blick darauf, Zukunftsthemen verständlich und nutzbar zu machen.

Die Zahlen sind eindeutig: Wir werden in Zukunft mit weniger Menschen auskommen müssen. Das bedeutet nicht weniger Leistung – sondern klügere Strukturen. Innovation und Technologie sind deshalb keine Option, sondern die notwendige Antwort auf die Realität des Arbeitsmarkts. Wenn wir es schaffen, weniger Menschen mit mehr Wissen, besseren Prozessen und digitalen Werkzeugen auszurüsten, sichern wir Qualität, Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität des Handwerks nachhaltig.
Unser Auftrag ist klar: Zukunft im Handwerk passiert nicht einfach – wir gestalten sie. Als Stabsstelle Zukunft Handwerk bündeln wir Wissen, schaffen Orientierung, ermöglichen Forschung und übersetzen Innovationen in den Alltag der Betriebe.