Pressemitteilung vom 03.08.2026Handwerk startet mit stabilen Ausbildungszahlen ins neue Ausbildungsjahr
Klimaberufe besonders gefragt
Aachen. „Die Ausbildungszahlen im regionalen Handwerk bewegen sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Und das, obwohl durch die Rückkehr zum neunjährigen Abitur in Nordrhein-Westfalen in diesem Sommer nahezu ein kompletter Abschlussjahrgang für den Start ins Berufsleben fehlt.“ Diese erste Zwischenbilanz zieht Marco Herwartz, Präsident der Handwerkskammer Aachen, zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres am 1. August. „Unsere Handwerksbetriebe investieren auch unter schwierigen Rahmenbedingungen verlässlich in die Ausbildung junger Menschen. Das ist ein starkes Signal für die Zukunft des Handwerks und für die gesamte Region“, sagt Herwartz.
Wie bereits in den Vorjahren zeigt die Ausbildungsstatistik, dass sich viele Jugendliche in der StädteRegion Aachen sowie in den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg für Berufe entscheiden, die für die Energie- und Klimawende von zentraler Bedeutung sind. Am beliebtesten sind: Kraftfahrzeugmechatroniker, Elektroniker sowie Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. „Auch im Dachdeckerhandwerk beobachten wir weiterhin eine erfreuliche Entwicklung der Ausbildungszahlen“, erklärt Herwartz.
Frauenanteil ausbaufähig
Trotz aller technischen und gesellschaftlichen Veränderungen ist das Handwerk weiterhin stark männlich geprägt. Der Frauenanteil unter den neuen Auszubildenden liegt bei 18 Prozent. „Dabei bietet das Handwerk auch jungen Frauen hervorragende Karrierechancen. Von daher unterstützen wir vielfältige Maßnahmen, um noch mehr Mädchen für das Handwerk zu begeistern“, betont der Kammerpräsident. Die höchsten Frauenanteile verzeichnen im Ausbildungsjahr 2026/2027 die Berufe Konditorin, Zahntechnikerin und Augenoptikerin.
Zukunftssichere Berufe im digitalen Wandel
Das Handwerk bietet auch in Zeiten von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz sehr gute Karriere-, Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten. „Bäcker, Elektronikerinnen sowie Friseure werden auch in Zukunft gebraucht. Diese Tätigkeiten lassen sich weder vollständig durch künstliche Intelligenz ersetzen noch ins Ausland verlagern“, sagt Herwartz.
Zugleich unterstreichen die Ausbildungszahlen erneut die große Bedeutung von Zuwanderung für das regionale Handwerk. Rund 14,6 Prozent der neuen Auszubildenden besitzen einen ausländischen Pass, etwa ein Drittel hat eine Migrationsgeschichte. Die häufigsten Herkunftsländer der neuen ausländischen Auszubildenden sind Syrien, Ukraine und Marokko. „Die vielen engagierten jungen Menschen mit internationalen Wurzeln sind für unsere Betriebe und für die wirtschaftliche Entwicklung der Region unverzichtbar“, unterstreicht Herwartz. Gleichzeitig seien damit zusätzliche Aufgaben verbunden: „Ein größerer Teil der ausländischen Auszubildenden hat Deutschdefizite, die in den Betrieben und Berufsschulen aufgefangen werden müssen. Diese Unterstützung ist entscheidend, damit die Ausbildung erfolgreich verläuft und sprachliche Schwierigkeiten spätestens bei den Prüfungen nicht zum Hindernis werden.“
Bis zum 31. Juli wurden im Bezirk der Handwerkskammer Aachen insgesamt 1.478 neue Ausbildungsverträge im Handwerk abgeschlossen. Ein Vergleich zu den Vorjahreswerten ist aufgrund der Veränderungen beim Abitur in diesem Sommer nicht seriös möglich. Im vergangenen Jahr verfügten gut 22 Prozent der neuen Auszubildenden über eine Hochschulzugangsberechtigung.
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