Entlastungsprämie der Bundesregierung ist keine Lösung
ChatGPT
Entlastungsprämie der Bundesregierung ist keine Lösung

Pressemitteilung vom 16.04.2026Politik bestellt – Betriebe zahlen?

Handwerkskammer Aachen kritisiert Prämienidee scharf.

„Wer das Buffet bestellt, muss auch dafür zahlen. Was für jede private Feier gilt, scheint im Berliner Politikbetrieb in Vergessenheit geraten zu sein.“ Mit diesen Worten weist Marco Herwartz, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Aachen, die geplante Entlastungsprämie der Bundesregierung in Höhe von 1.000 Euro entschieden zurück

Kritik an einseitiger Lastenverteilung

Aus Sicht des regionalen Handwerks werde die Verantwortung für staatliche Maßnahmen auf die Arbeitgeber verlagert – ohne vorherige Abstimmung mit den Betrieben. „Hier wird eine finanzielle Verpflichtung angekündigt, ohne die Betroffenen einzubeziehen“, so Herwartz. Die Handwerkskammer Aachen rechnet mit erheblichen Diskussionen in den rund 17.400 Betrieben der Region darüber, ob und in welchem Umfang die etwa 90.000 Beschäftigten von der Prämie profitieren können.

„In den vergangenen Krisen hat das regionale Handwerk vielfach die abgabenbegünstigten Inflationsausgleichsprämien gezahlt. Viele Betriebe stehen derzeit jedoch unter erheblichem wirtschaftlichen Druck und sollen in dieser Situation sehr kurzfristig hohe Summen auszahlen. Das ist kein durchdachtes Konzept“, fasst Herwartz die Stimmung zusammen. Zudem sieht der HWK-Präsident grundlegende Prinzipien der Lohnfindung gefährdet. „Faire Löhne werden bei uns auf Augenhöhe zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern verhandelt und nicht hinter barocken Mauern am Tegeler See festgelegt“, erklärt Herwartz. Das bestehende Tarifpartnermodell im Handwerk dürfe nicht durch politische Einzelentscheidungen unterlaufen werden.