Pressemitteilung vom 10.06.2026Wer Zukunft will, muss Unternehmertum stärken
Vollversammlung der Handwerkskammer Aachen fordert bessere Bedingungen für Selbstständige, Fachkräfte und Ausbildung.
Aachen. Die Zukunft des Handwerks hängt entscheidend davon ab, selbstständiges Unternehmertum gezielt zu fördern, internationale Fachkräfte erfolgreich zu integrieren und die duale Berufsbildung zu stärken. Das sind die zentralen Forderungen der Vollversammlung der Handwerkskammer (HWK) Aachen an die Kommunal-, Landes- und Bundespolitik. Angesichts von rund 6.000 anstehenden Betriebsübergaben im Kammerbezirk in den kommenden zehn Jahren brauche das Handwerk verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und vor allem schnellere Verwaltungsverfahren, um den Generationenwechsel erfolgreich zu gestalten. „Wer Verantwortung übernimmt, Arbeitsplätze schafft und ausbildet, braucht Rückenwind statt zusätzlicher Belastungen“, betont HWK-Präsident Marco Herwartz anlässlich der heutigen Vollversammlung der Kammer in Aachen.
Dazu gehöre auch eine bessere soziale Absicherung. Selbstständige Handwerkerinnen dürften während Schwangerschaft und Mutterschutz nicht länger schlechter gestellt sein als angestellte Arbeitnehmerinnen. Die Vollversammlung fordert deshalb verlässliche Regelungen, die Unternehmertum und Familiengründung besser miteinander vereinbaren. Dazu haben die sieben NRW-Handwerkskammern und der Westdeutsche Handwerkskammertag konkrete Vorschläge entwickelt, die derzeit mit der Politik diskutiert werden.
Fachkräftegewinnung beschleunigen
Neben der Nachfolgefrage bleibt der Fachkräftemangel eine der größten Herausforderungen für das Handwerk. Die Vollversammlung spricht sich daher für schnellere Anerkennungsverfahren und weniger bürokratische Hürden bei der Integration internationaler Fachkräfte aus. „Die Handwerksbetriebe brauchen qualifizierte Mitarbeitende heute und nicht erst nach monatelangen Verfahren. Wer Fachkräfte gewinnen will, muss Integration pragmatisch und unbürokratisch ermöglichen“, so Herwartz. Viele Betriebe seien bereit, internationale Fachkräfte einzustellen und langfristig zu integrieren. Inzwischen hat jeder dritte Azubi im Kammerbezirk eine Migrationsgeschichte, und mehr als ein Viertel der Betriebe wird von Menschen mit ausländischem Pass geführt. Die Handwerkskammer Aachen unterstützt die Betriebe bei der Integration aktiv, dafür hat sie mit anderen Partnern das Welcome Center KMU - Rheinisches Revier gegründet.
Berufliche Bildung gleichwertig stärken
Die Vollversammlung fordert zudem eine konsequente Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung. Die duale Ausbildung sei ein Erfolgsmodell, das jungen Menschen hervorragende Karriereperspektiven eröffne und gleichzeitig die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Region sichere. Aus Sicht des Handwerks muss die berufliche Bildung gesellschaftlich, politisch und finanziell denselben Stellenwert erhalten wie ein Hochschulstudium. „Dazu gehören eine stärkere Berufsorientierung an Schulen, moderne Bildungszentren sowie bessere Fördermöglichkeiten für die Aus- und Weiterbildung“, führt Herwartz weiter aus.
Impressionen Vollversammlung 2026
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Pressefoto 1: Präsident Marco Herwartz
Pressefoto 2: Präsident Marco Herwartz
Handwerk verbindet Zukunft | Imagefilm der Handwerkskammer Aachen
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